Kostenloses Tool · Redispatch 2.0

    Spitzabrechnung light Referenzdaten für die Ausfallarbeit Ihrer PV-Anlage – kostenlos als MSCONS

    Für die vereinfachte Spitzabrechnung brauchen Sie die Einstrahlung je Viertelstunde in der Modulebene Ihrer Anlage. Wir berechnen sie aus Satellitendaten des Deutschen Wetterdienstes und senden sie Ihnen als MSCONS und CSV – für jeden vollen Monat ab August 2026.

    Datengrundlage
    Satellit MTG, 10-Minuten-Werte
    Ergebnis
    Strahlung in Modulebene je ¼ h
    Format
    MSCONS (13021) + CSV
    Kosten
    kostenlos

    Referenzdaten für Ihre Anlage berechnen

    Geben Sie Standort und Ausrichtung Ihrer Anlage ein und wählen Sie einen Monat. Sie sehen sofort eine Vorschau; die Viertelstundenwerte senden wir Ihnen, sobald Sie Ihre E-Mail-Adresse bestätigt haben.

    Standort und Zeitraum

    Dezimalgrad, z. B. 48.3808 und 10.9057. In Google Maps erscheinen die Koordinaten per Rechtsklick auf die Anlage.

    Volle Kalendermonate ab August 2026, jeweils sobald der Monat abgeschlossen ist.

    Teilanlagen

    Eine Teilanlage je Ausrichtung. Das Tool rechnet für fest aufgeständerte Anlagen; für Tracker sprechen Sie uns gern an.

    Teilanlage 1

    0 = Nord, 90 = Ost, 180 = Süd, 270 = West

    1. Standort und Abrechnungsmonat wählen
    2. Teilanlagen mit Leistung, Ausrichtung und Neigung eintragen
    3. Vorschau prüfen
    4. Geschäftliche E-Mail-Adresse bestätigen – MSCONS und CSV kommen per E-Mail

    Was ist die Spitzabrechnung light?

    Im Redispatch 2.0 regeln Netzbetreiber seit dem 1. Oktober 2021 auch Erneuerbare-Energien-Anlagen ab 100 kW ab, um Netzengpässe zu vermeiden. Die Energie, die dadurch nicht erzeugt wird, heißt Ausfallarbeit; sie wird bilanziell und finanziell ausgeglichen. Wie sie für Wind- und PV-Anlagen bestimmt wird, regelt die Bundesnetzagentur in der Festlegung BK6-20-059, Anlage 1.

    Für PV-Anlagen gibt es drei Abrechnungsvarianten. Der Anlagenbetreiber legt sie je Anlage fest, jeweils bis zum 30. November für das folgende Kalenderjahr; neue Anlagen können zum Monatsbeginn zugeordnet werden. Anlagen im Planwertmodell müssen Spitz oder Spitz light nutzen.

    Pauschal

    Die Leistung der letzten Viertelstunde vor der Maßnahme wird fortgeschrieben. Kein Datenaufwand – bei wechselnder Bewölkung aber oft weit weg vom tatsächlichen Ertrag.

    Spitz

    Die Ausfallarbeit wird aus Wetterdaten berechnet, die an der Anlage selbst gemessen werden, etwa mit einem Einstrahlungssensor.

    Spitz light

    Wie Spitz, aber mit geeigneten Einstrahlungswerten eines Wetterdatendienstleisters statt eigener Messung. Genau diese Werte liefert dieses Tool.

    So wird die Ausfallarbeit berechnet

    Für jede abgeregelte Viertelstunde i skaliert der Netzbetreiber die Leistung aus einem Vergleichszeitraum mit dem Verhältnis der Einstrahlung und zieht die zulässige Leistung ab (Anlage 1, Abschnitt 3.2.3.1):

    W_A,i = max(0; P_VZ,ist / G_VZ · G_i − P_lim,i) · ¼ h

    • P_VZ,ist – gemessene Leistung im Vergleichszeitraum: dem letzten Kalendertag vor der Maßnahme ohne Redispatch; berücksichtigt werden nur Viertelstunden mit mindestens 10 % der Nennleistung
    • G_VZ, G_i – Einstrahlung im Vergleichszeitraum bzw. in der Viertelstunde i, in der Modulebene
    • P_lim,i – Leistungsgrenze während der Maßnahme; das Ergebnis ist auf die Nennleistung begrenzt

    Voraussetzungen, Fristen und Format

    • An der Anlage werden keine geeigneten Wetterdaten gemessen.
    • Anlagenbetreiber und Anschlussnetzbetreiber einigen sich auf geeignete Wetter- oder Referenzdaten. Anlage 1 nennt Satellitendaten ausdrücklich: Als geeignet gilt jedenfalls die Umwandlung von Satellitenaufnahmen in Globalstrahlung mit der Heliosat-2-Methode; die Horizontalstrahlung ist in die Modulebene umzurechnen.
    • Der Anlagenbetreiber liefert die Wetterdaten unverzüglich, spätestens bis zum 4. Werktag des Folgemonats. Sonst bildet der Netzbetreiber Ersatzwerte. Anlage 2 sieht zusätzlich eine tägliche Übermittlung bis 8 Uhr für den Vortag vor.
    • Übermittelt wird als EDIFACT MSCONS, Anwendungsfall „Übermittlung von meteorologischen Daten“ (Prüfidentifikator 13021): ein Wert in W/m² je Viertelstunde der gesetzlichen Zeit, gekennzeichnet mit der ID der Technischen Ressource.

    Dieses Tool liefert die Daten eines abgeschlossenen Monats – also für die Lieferung bis zum 4. Werktag des Folgemonats. Die tägliche Übermittlung deckt es nicht ab.

    Keine Rechtsberatung. Maßgeblich sind die Festlegungen der Bundesnetzagentur und die Vereinbarung mit Ihrem Netzbetreiber.

    So entstehen die Referenzdaten

    Alle Daten, die wir nutzen, sind frei verfügbar. Entscheidend ist, sie richtig zu kombinieren – und genau das legen wir hier offen.

    1. Strahlung aus dem Satelliten

      Grundlage ist die Globalstrahlung, die der Deutsche Wetterdienst mit Methoden der EUMETSAT Satellite Application Facility on Climate Monitoring (CM SAF) aus Satellitenbildern berechnet und als Open Data bereitstellt (SPECMAGIC_now, Version 3.0). Sie stammt von der neuesten Satellitengeneration Meteosat Third Generation (MTG): alle 10 Minuten, auf einem Raster von 0,015° (rund 1–2 km). Fehlen einzelne Satellitenbilder, ergänzen wir die Werte aus der Vorgängergeneration MSG und kennzeichnen sie in der CSV.

    2. Temperatur der nächsten Wetterstation

      Die Lufttemperatur kommt von der nächstgelegenen amtlichen Wetterstation im Umkreis von 40 km, in Deutschland in der Regel eine Station des DWD (Abruf über Meteostat). Sie fließt nur in die Referenzsimulation ein, nicht in die Strahlungswerte. Gibt es keine Station, rechnen wir mit 15 °C.

    3. Umrechnung in die Modulebene

      Für jeden Zeitpunkt berechnen wir den Sonnenstand, teilen die Globalstrahlung nach Erbs in Direkt- und Diffusstrahlung und rechnen sie nach Hay und Davies (Bodenalbedo 0,25) auf Ausrichtung und Neigung Ihrer Teilanlagen um. Mehrere Ausrichtungen gewichten wir nach Modulleistung. Zum Schluss bilden wir Mittelwerte je Viertelstunde der gesetzlichen Zeit.

    4. Referenzsimulation nach Quaschning

      Zusätzlich simulieren wir die Leistung Ihrer Anlage, in den Grundzügen nach dem Modell von Volker Quaschning: Die Modultemperatur steigt mit der Einstrahlung (Faktor je Montageart), oberhalb von 25 °C sinkt die Leistung um 0,43 % je Kelvin, Wechselrichterverluste und die Begrenzung auf die Wechselrichterleistung sind berücksichtigt. Damit können Sie die Strahlungswerte mit Ihren Messdaten plausibilisieren.

    Quellen und Referenzen

    1. Pfeifroth, U., Trentmann, J., Brinckmann, S., Hollmann, R. (2026): An overview of surface solar radiation data products at the German meteorological service. Journal of the European Meteorological Society 4, 100031. doi.org/10.1016/j.jemets.2025.100031
    2. Deutscher Wetterdienst, Open Data: Globalstrahlung aus Satellitendaten (SIS, SPECMAGIC_now). opendata.dwd.de/weather/satellite/radiation/sis/
    3. Quaschning, V. (2025): Regenerative Energiesysteme. Technologie – Berechnung – Klimaschutz. 13. Auflage, Carl Hanser Verlag, München. ISBN 978-3-446-48422-1. www.volker-quaschning.de/publis/regen/index.php
    4. Erbs, D. G., Klein, S. A., Duffie, J. A. (1982): Estimation of the diffuse radiation fraction for hourly, daily and monthly-average global radiation. Solar Energy 28 (4), 293–302. doi.org/10.1016/0038-092X(82)90302-4
    5. Hay, J. E., Davies, J. A. (1980): Calculation of the solar radiation incident on an inclined surface. Proceedings of the First Canadian Solar Radiation Data Workshop, 59–72.
    6. Bundesnetzagentur (2020): Festlegung BK6-20-059, Anlage 1 – Bilanzierungsmodelle und Bestimmung der Ausfallarbeit. www.bundesnetzagentur.de/DE/Beschlusskammern/1_GZ/BK6-GZ/2020/BK6-20-059/BK6-20-059_Anlage1_vom_06_11_2020.pdf
    7. Bundesnetzagentur (2020): Festlegung BK6-20-059, Anlage 2 – Kommunikationsprozesse Redispatch. www.bundesnetzagentur.de/DE/Beschlusskammern/1_GZ/BK6-GZ/2020/BK6-20-059/BK6-20-059_Anlage2_vom_6_11_2020_ba.pdf
    8. EDI@Energy (2025): MSCONS Anwendungshandbuch, Version 3.1g – Abschnitt 8.6 „Meteorologische Daten im Rahmen MaBiS / Redispatch 2.0“. www.bundesnetzagentur.de/DE/Beschlusskammern/BK06/BK6_83_Zug_Mess/835_mitteilungen_datenformate/Mitteilung_54/Anlagen/MSCONS_AHB_3_1g_20251001.pdf

    Das erhalten Sie per E-Mail

    MSCONS Modulebene

    Strahlung in Modulebene in W/m² je Viertelstunde, Prüfidentifikator 13021 – die Größe, die Anlage 1 für die vereinfachte Spitzabrechnung vorsieht.

    MSCONS horizontal

    Globalstrahlung auf die horizontale Fläche, falls Ihr Netzbetreiber die Umrechnung lieber selbst vornimmt.

    CSV mit allen Werten

    Zeitstempel in UTC und gesetzlicher Zeit, Strahlung in Modulebene und horizontal, Lufttemperatur, simulierte Referenzleistung und -energie sowie die Datenquelle je Viertelstunde.

    Häufige Fragen zur Spitzabrechnung light

    Was ist die Spitzabrechnung light?

    Die vereinfachte Spitzabrechnung (Spitz light) ist eine von drei Varianten, mit denen im Redispatch 2.0 die Ausfallarbeit abgeregelter Wind- und PV-Anlagen bestimmt wird (BNetzA-Festlegung BK6-20-059, Anlage 1). Statt an der Anlage gemessener Wetterdaten werden geeignete Einstrahlungswerte eines Wetterdatendienstleisters verwendet.

    Welche Daten brauche ich für die vereinfachte Spitzabrechnung einer PV-Anlage?

    Einen Einstrahlungswert je Viertelstunde in der Modulebene der Anlage, in W/m², für den ganzen Monat. Er wird als MSCONS mit dem Prüfidentifikator 13021 an den Anschlussnetzbetreiber übermittelt, spätestens bis zum 4. Werktag des Folgemonats.

    Ist das Tool wirklich kostenlos?

    Ja. Sie geben nur Ihre geschäftliche E-Mail-Adresse an und willigen ein, dass wir Sie zu unseren Produkten kontaktieren dürfen. Diese Einwilligung können Sie jederzeit widerrufen.

    Akzeptiert mein Netzbetreiber Satellitendaten?

    Anlage 1 der Festlegung nennt Satellitendaten ausdrücklich als geeignete Quelle, wenn sie in die Modulebene umgerechnet werden. Für die vereinfachte Spitzabrechnung müssen Sie sich mit Ihrem Anschlussnetzbetreiber trotzdem auf die Datenquelle einigen – klären Sie das am besten vorab, gern mit Verweis auf diese Seite.

    Für welche Monate gibt es Daten?

    Für jeden vollen Kalendermonat ab August 2026, sobald er abgeschlossen ist. Ab dann liegen die Strahlungsdaten der neuen Satellitengeneration MTG in 10-Minuten-Auflösung vor.

    Wie gehe ich mit Teilanlagen unterschiedlicher Ausrichtung um?

    Legen Sie je Ausrichtung eine Teilanlage an. Die Strahlung in Modulebene wird nach Modulleistung gewichtet, sodass sie zum Ertrag der Gesamtanlage passt.

    Ich habe keine TR-ID oder Marktpartner-ID zur Hand – geht es trotzdem?

    Ja. Die MSCONS enthält dann Platzhalter, die Sie vor dem Versand durch die TR-ID und die Marktpartner-IDs ersetzen. Die CSV können Sie sofort verwenden.

    Wie genau sind die Referenzdaten?

    Die Satellitenstrahlung ist ein Mittelwert über ein Pixel von rund 1–2 km und bildet Bewölkung gut ab; lokale Effekte wie Verschattung, Schnee oder Verschmutzung an der Anlage enthält sie nicht. Die Referenzsimulation hängt zusätzlich von Ihren Anlagendaten ab. Gleichen Sie die Daten deshalb mit Ihren Messwerten ab.

    Was passiert mit meinen Eingaben?

    Ihre Eingaben werden nicht in einer Datenbank gespeichert, sondern im signierten Bestätigungslink übertragen. Nach Ihrer Bestätigung erhält unser Team eine Benachrichtigung mit Ihrer E-Mail-Adresse, Ihrer Einwilligung und den Anlagendaten, damit wir Sie kontaktieren können.

    Warum ist das Tool kostenlos?

    Wir sind überzeugt: Eine schnelle und transparente Abrechnung hilft allen Seiten – Anlagenbetreibern, Direktvermarktern und Netzbetreibern – beim zügigen Clearing der Ausfallarbeit.

    Die Daten, die dafür nötig sind, sind ohnehin frei verfügbar. Sie müssen nur richtig kombiniert werden: Satellitenstrahlung, Stationstemperatur, Sonnenstand und Anlagengeometrie. Das ist unser tägliches Handwerk, und wir zeigen gern, wie wir es machen.

    Wenn Sie über die Abrechnung hinaus präzise PV-Prognosen für Vermarktung oder Netzbetrieb brauchen, sprechen Sie uns an. Zur PV-Prognose

    Mehr als Referenzdaten: präzise PV-Prognosen

    Satellitendaten, Wettermodelle und Messwerte verbinden wir auch zu PV-Prognosen – von 5 Minuten bis 10 Tage, für einzelne Anlagen und ganze Portfolios.